Vitamin P - Flavonoide

Quelle: wikipedia.de

Die Flavonoide sind eine Gruppe von wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen und spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel vieler Pflanzen. Sie gehören zusammen mit den Phenolsäuren zu den Polyphenolen.

Die Flavonoide wurden in den 1930er Jahren durch den Nobelpreisträger Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt entdeckt und zunächst als Vitamin P bezeichnet. Das "P" im Vitamin P steht für Permeabilitätsfaktor. Die Flavonoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Einige Flavonoide haben gefäßverstärkende Wirkung, andere wirken gegen Entzündung und Histamin oder haben antivirale und krampflösende Wirkungen. Manche Flavonoide wie zum Beispiel Quercetin sind gute Antioxidantien. Gemäß mehreren Studien werden die gesundheitlichen Vorteile der Flavonoide jedoch durch Milch zunichte gemacht. Deshalb helfen sie z.B. nicht bei Milchschokolade oder Schwarztee mit Milch. Zahlreiche Studien bestätigen eine Korrelation zwischen der Zufuhr von Flavonoiden und der Risikoabnahme bei verschiedenen Krankheiten:

Schutz vor Krebs

Flavonoide sind Antioxidantien, wobei die antioxidative Wirkung strukturbestimmt und damit sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Viele Studien sprechen für die antikanzerogene Wirkung der Flavonoide und zwar sowohl in der Initiations- als auch der Promotionsphase der Krebsbildung. Catechine, Anthocyane und Flavonole wirken sich besonders positiv aus, da ein großer Teil nicht absorbiert wird und bis in den Dickdarm gelangt. Besonders wirksam sind offenbar die Flavonoide, die aus Ãpfeln, Zwiebeln, grünem Tee, Heidelbeeren und Moosbeeren stammen.

 

Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Flavonoide beeinflussen die Blutgerinnung. Sie senken indirekt die Thromboxanbildung. Auch hier kommt wieder die antioxidative Wirkung zum Tragen: Sie schützen LDL-Lipoproteide vor Oxidation und können den Blutcholesterinspiegel senken, jedoch ohne das HDL-Cholesterin abzusenken. Eine verbesserte Endothelfunktion wird in einigen Studien insbesondere nach Aufnahme von grünem Tee, rotem Traubensaft und dunkler Schokolade beschrieben.

 

Antibakterielle und antivirale Wirkung

Procyanidine, die vor allem in Heidel- und Moosbeeren vorkommen, hemmen Bakterien, die Harnwegserkrankungen verursachen. Ebenso konnten schützende Wirkungen verschiedener Flavanole aus grünem Tee bei Befall mit Grippe-Viren nachgewiesen werden.

 

Verbesserung des Langzeitgedächtnisses

Nach einer Studie von Pamela Maher vom Salk Institute for Biological Studies in La Jolla (Kalifornien), verbessert in großen Mengen das zu der Gruppe der Flavonoide gehörende Fisetin das Langzeitgedächtnis. Anscheinend werden im Gehirn bestimmte Signalketten stimuliert, Nervenzellen reifen aus und differenzieren sich. Fisetin ist insbesondere in Weintrauben enthalten.